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Offener Brief zur Beibehaltung der nächtlichen Abschaltung der Gütersloher Straßenbeleuchtung, Go Green Challenge schließt sich anZoom Button

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Offener Brief zur Beibehaltung der nächtlichen Abschaltung der Gütersloher Straßenbeleuchtung, Go Green Challenge schließt sich an

Offener Brief zur Beibehaltung der nächtlichen Abschaltung der Gütersloher Straßenbeleuchtung, Go Green Challenge schließt sich an

Gütersloh, 14. Januar 2025

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Trepper,

sehr geehrter Herr Pförtner, sehr geehrter Herr Steiner,

sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte,

sehr geehrte Vertreter der Gütersloher Presse,

angesichts der neu entfachten Debatte um den bereits errungenen Kompromiss zur nächtlichen Abschaltung der Gütersloher Straßenbeleuchtung nehmen wir, die unterzeichnenden Gütersloher Umweltschutzverbände, Mobilitätsverbände und Organisationen, wie unten Stellung.

Unser Angebot zu einem kurzen Fachimpuls im Ausschuss für #Umweltschutz und #Klimaschutz durch Sabine Frank, Sozialwissenschaftlerin, langjährige Leiterin der Schutzambulanz Fulda und Nachtschutzbeauftragte im Landkreis Fulda wurde von Ihnen, Herr Steiner, Herr Pförtner, freundlicherweise angenommen.

Ausgangslage

Bei der Betrachtung des aktuellen Kompromisses halten wir fest, dass im Winterhalbjahr bereits mehr als 2 Drittel der #Nacht voll beleuchtet sind. Die #Lichtabschaltung betrifft nur die »tiefe« Nacht von 0 bis 4 Uhr wochentags beziehungsweise von 2 bis 5 Uhr freitags, samstags und vor Feiertagen.

Wir haben bereits einen Kompromiss gefunden, der den Schwerpunkt klar auf menschliche Bedürfnisse legt und der #Natur außerordentlich viel zumutet. Trotzdem tragen wir ihn, wie die damalige Ratsmehrheit, mit.

Neuralgische und vorgeschriebene Örtlichkeiten, wie Zebrastreifen und zum Beispiel #Bahnhof und #ZOB werden nicht abgeschaltet. Das ist auch für uns vollkommen unstrittig.

Wir respektieren Angst genau wie das Sicherheitsbedürfnis von Bürgern bei #Dunkelheit.

In Anbetracht der klaren Aussage der Kreispolizei, dass sich in dunklen Gegenden keine Zunahme von Übergriffen seit der Nachtabschaltung in Gütersloh ergibt, kommen wir jedoch zu dem Schluss, dass durchgängige Beleuchtung nicht zu mehr Sicherheit führt.

Dass es tatsächlich messbar zur Entlastung der #Natur durch eine Nachtabschaltung der städtischen Beleuchtung kommt, belegen diese Fakten …

1.

Der weitaus größte Teil der Tierwelt bewegt sich nachts. Lediglich wir Menschen und einige andere Lebewesen sind tagaktiv. Dies gilt es zu berücksichtigen. Tiere suchen den Schutz der Dunkelheit, um vor Fressfeinden sicher zu sein. Insekten und Vögel werden gar von menschlichem Kunstlicht massiv angezogen beziehungsbeziehungsweise irritiert und sind dadurch in Todesgefahr. Auch wir Menschen brauchen den Tag Nachtrhythmus mit einer echten Dunkelphase für einen gesunden #Schlaf und einen ausgewogenen #Hormonhaushalt. Tiere, die dringend für die Biodiversität gebaucht werden, werden weiträumig verdrängt. Die Biosphäre benötigt jedoch Artenschutz und somit Vielfalt, um den klimatischen Veränderungen Rechnung zu tragen, wie auch die Bindung von Kohlendioxid durch Lebewesen zu unterstützen. Etwas versachlicht kann man feststellen, dass Lebewesen allein durch ihre Existenz #CO2 binden.

2.

#Pflanzen benötigen den Tag Nacht Rhythmus seit Jahrmillionen. Ebenso benötigen sie den jahreszeitlichen Ablauf. Leider kann man anschaulich erfahren, dass zum Beispiel Bäume, die an #Straßenlaternen oder über Bodenflutlicht stehen, in der kalten Jahreszeit ihr Laub nicht vollständig abwerfen. Sie entziehen ihren Blättern dann keine Nährstoffe und keine Flüssigkeit. Die teils noch grünen Blätter hinterlassen spätestens bei Frost offene Narben. Frische #Blätter können nur reduziert nachwachsen. Solche Bäume kümmern eher vor sich hin, als dass sie wirkmächtig im Sommer dichtes Blattwerk ausbilden und zu der von uns so dringend nötigen Aufnahme und Umwandlung von #Kohlendioxid in gebundenen Kohlenstoff im Holz beitragen. Für andere Pflanzen gilt das sehr ähnlich.

3.

Die #Lichtverschmutzung ist ein Phänomen, an das wir Stadtmenschen uns leider gewöhnt haben. In der Stadt selbst sieht man gerade noch die hellsten #Planeten und #Sterne.

4.

#Stromverbrauch und #Geldverbrauch zu unpassender Stunde: Aktuell gehen wir noch davon aus, dass Stromkosten von mindestens 60.000 Euro pro Jahr eingespart werden. Schalten wir wieder ein, beziehungsweise reduzieren wir die Abschaltzeiten, steigen auch wieder die Kosten. Und das ausgerechnet in einer Haushaltslage, in der wir selbst über kleine Einzelpositionen um die 2.000 Euro diskutieren [Hinzu kommen beispielsweise Wartungskosten und Verbrauchsmaterial. Anm. d. Red.].

5.

#Sicherheit für Menschen, die sehr spät beziehungsweise sehr früh unterwegs sind: Wir gehen davon aus, dass die so oft bemühten Zeitungsboten professionell mit gutem Licht ausgestattet sind. #Radfahrer haben sehr gute #Beleuchtung am #Fahrrad. Fußgänger stellen fest, dass viele Häuser mit Bewegungssensoren zur Beleuchtung des Hauseingangs versehen sind. Ein Gang bei absoluter Dunkelheit ist in unserer Stadt kaum möglich. Die Taschenlampe ist am Handy quasi immer dabei.

Menschen, die spätnachts oder frühmorgens alleine unterwegs sind, sind in unserer Zählweise eine sehr kleine Gruppe. Frauen wie Männer, die so spät unter der Woche von Veranstaltungen zurückkommen, waren bereits in der beleuchteten Vergangenheit selten vollkommen alleine unterwegs. Wir glauben, dass auch Jugendliche sehr wohl dafür sorgen können, entweder bei Licht oder in Gruppen nach Hause zu kommen. Ausgerechnet Frauen zu suggerieren, sie seien bei durchgehender Straßenbeleuchung sicher, entbehrt jeden Realitätsbezuges. Die #Kriminalstatistik spricht Bände in Form Häuslicher Gewalt. Es gibt jedoch kein Kapitel über Gewalt in Dunkelheit. Wie übrigens auch nicht in den mehr als 50 Prozent unbeleuchteten französischen Städten.

6.

Gütersloh kann Vorreiterin werden: Die erste deutsche Großstadt, die im Sinne des Klimaschutzes und Artenschutzes das Licht weiterhin fast flächendeckend ausgeschaltet lässt. Wir können auf dieses Alleinstellungsmerkmal stolz sein und damit zeigen: Wir machen etwas. Wir beschreiten den einfachsten und billigsten Weg, um Tiere und Pflanzen und damit uns Menschen mit einer dunklen Nacht, einem natürlich sicheren Lebensraum und einer gesunden Nachtruhe zu beschenken. Die ersten Kommunen im Kreis überlegen, dem Vorbild unserer Stadt zu folgen.

In diesem Sinne bitten wir Sie, den gefundenen Kompromiss beizubehalten. Gemeinsam sollten wir die Vorzüge der dunklen Nacht herausstellen und mit Aufklärungsarbeit und Aktionen weitere Akzeptanz in der Bevölkerung fördern.

Wir werden von unserer Seite das Thema auch in diesem Jahr mit Plakaten, Pressearbeit, Nachtwanderungen, Veranstaltungen und #Social #Media #Arbeit begleiten. Sehr gerne in Zusammenarbeit mit Ihnen in Politik und Verwaltung!

Herzlichen Dank und mit besten Wünschen für das Neue Jahr,

Felix Kupferschmitt, Klimawoche Gütersloh.

Unterzeichnende Verbände, Organisationen, Personen in der Klimawoche Gütersloh

  • BUND Kreisverband Gütersloh, Dr. Birgit Lutzer, Vorsitzende
  • Gemeinschaft für Natur und Umweltschutz (GNU) im Kreis Gütersloh, Angelika Daum, Vorsitzende
  • NABU Kreisverband Gütersloh, Margret Lohmann und Sigrid Schwarze, Vorsitzende
  • »fairleben« Gütersloh, Margrit Dorn, Vorsitzende
  • Klimawoche Gütersloh, Felix Kupferschmitt, Koordination und Orga Team
  • »Parents4Future« Gütersloh, Martina Heiland Hoppe, Delegierte
  • Verkehrsclub Deutschland (VCD) AG Gütersloh, Felix Kupferschmitt, Vorstandsmitglied
  • »#Demokratie wagen!« Gütersloh, Jürgen Droop, Sprecher
  • Evangelischer Kirchenkreis Gütersloh, Dr. Gunnar Waesch, Umweltreferent
  • Ausschuss für Mission, Ökumene und Weltverantwortung der Evangelischen Kirchengemeinde Gütersloh, Erika Engelbrecht (»MÖWe«)
  • Förderkreis Stadtpark Botanischer Garten Gütersloh, Daniela Tomann, Vorsitzende
  • »Gütersloher Klimatisch«, Brigitte Toppmöller, Vorsitzende

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