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Theater Heilbronn: Warnung vor dem Abgrund, Erich Kästners »Fabian«, Premiere am 18. Januar 2025Zoom Button

»Fabian«, Vorabfoto. Felix Lydike spielt den Titelhelden. Foto: Verena Bauer, Informationen zu Creative Commons (CC) Lizenzen, für Pressemeldungen ist der Herausgeber verantwortlich, die Quelle ist der Herausgeber

Theater Heilbronn: Warnung vor dem Abgrund, Erich Kästners »Fabian«, Premiere am 18. Januar 2025

Theater Heilbronn: Warnung vor dem Abgrund, Erich Kästners »Fabian«, Premiere am 18. Januar 2025

  • Erich Kästners »Fabian« besticht über 90 Jahre nach seiner Entstehung durch erschreckende Aktualität und kommt auf die Große Bühne

#Heilbronn, 8. Januar 2025

Liest man heute #Romane und #Gedichte von #Erich #Kästner, könnte man angesichts der Aktualität fast erschrecken. Wie ein Seismograph erspürte der Literaturstar der #Weimarer #Republik die heraufziehenden bedrohlichen Veränderungen durch den erstarkenden Nationalsozialismus. Auch sein Roman »Fabian« belegt Kästners außergewöhnliche Beobachtungsgabe für das Zeitgeschehen. Der Held Jakob Fabian, ein Alter Ego des Autors mit vielen biographischen Parallelen, zieht als Beobachter durch das wilde Berlin der späten 1920er Jahre und gerät zunehmend in den Strudel der Ereignisse hinein.

Entstanden 1930/31 fängt Erich Kästner in »Fabian« die Dekadenz und die immer instabiler werdenden ökonomischen und sozialen Verhältnisse, die Schwächung der demokratischen Mitte und das Erstarken der politischen Ränder zum Ende der Weimarer Republik ein. Die Parallelen zu unserer Zeit sind unübersehbar. Deshalb steht das Werk auf dem Spielplan des Theaters Heilbronn und hat am 18. Januar 2025 in der Inszenierung von Georg Schmiedleitner Premiere im Großen Haus. Er arbeitet wieder mit dem Bühnenbildner Stefan Brandtmayr, der Kostümbildnerin Cornelia Kraske und der Dramaturgin Sophie Püschel zusammen, die gemeinsam bereits die »Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull« nach Thomas Mann in Heilbronn auf die Bühne brachten. Diesmal ist noch der Musiker Johannes Zimmermann mit im Inszenierungsteam. Die Rolle des Titelhelden spielt Felix Lydike.

Warnung vor dem #Abgrund mit den Mitteln der #Satire

Kästner schrieb über diesen Roman: »Er wollte vor dem Abgrund warnen, dem sich Deutschland und damit Europa näherten! Er wollte mit … allen Mitteln in letzter Minute Gehör und Besinnung erzwingen.« Er sah die Sturmzeichen der kommenden Krise nur allzu deutlich und schilderte sie mit dem feinen, intelligenten Humor der Satire. »Der Moralist pflegt seiner Epoche keinen Spiegel, sondern einen Zerrspiegel vorzuhalten.«

Zum Inhalt

Berlin, Ende der 1920er Jahre. Die Stadt ist wie im Fieber, voller Lust, Abenteuer, Chancen und Risiken. #Alkohol fließt in Strömen, die Nächte werden durchtanzt, mit der Liebe lässt sich viel Geld verdienen, auf den Straßen liefern sich Linksextreme und Rechtsextreme heftige Gefechte und das Heer der Arbeitslosen wird täglich größer. In diesen unsicheren Zeiten ist Dr. Jakob Fabian, ein Literaturwissenschaftler, froh, sein Geld als Reklametexter für eine Zigarettenfabrik zu verdienen, auch wenn die Arbeit wenig mit seinen eigentlichen Interessen zu tun hat. Er wohnt zur Untermiete bei einer Witwe, die sich sonst die Wohnung nicht mehr leisten kann. Nachts lässt er sich mit seinem Freund Stephan Labude, ebenfalls Literaturwissenschaftler, der gerade an seiner Habilitation arbeitet, durch die Kneipen treiben. Junge Frauen werden durch ihre finanzielle Not zur Prostitution gezwungen. Andere Damen sind selbstbewusst und freizügig und suchen sich die Männer ganz nach ihren Wünschen aus. Frau Irene Moll zum Beispiel, die Gattin eines Rechtsanwalts, hat einen Narren an Jakob Fabian gefressen und möchte ihn mit dem Einverständnis und dem Geld ihres Mannes zu ihrem jugendlichen Geliebten machen. Fürs erste flieht Fabian vor diesem Arrangement. Jakob Fabian sieht die Welt im Wartestand vor einem großen Zeitumbruch, und er glaubt nicht daran, dass die Vernünftigen ihn gestalten werden. Anders als sein Freund Stephan Labude, der von der Veränderbarkeit der Verhältnisse durch vernünftiges Handeln überzeugt ist, hat er resigniert. Die Unsicherheit ist so groß, dass die Jugend nicht davon zu träumen wagt, eine Familie zu gründen. Fabian verliebt sich in Cornelia von Battenberg, eine beim Film tätige Juristin. Mit ihr könnte er sich alles vorstellen. Da setzt ihn die Zigarettenfirma vor die Tür, obwohl er der beste Werbetexter ist, aber leider auch der teuerste. Einen neuen Job zu finden, wird nicht leicht. Sein weniges Geld schmilzt dahin und Fabian gerät immer mehr auf Schlingerkurs.

#Gesellschaft auf der Kippe

Georg Schmiedleitner schätzt den Text wegen seiner Direktheit und Drastik und seines typisch Kästnerschen Humors. »Heute liegt über der Zeit ein Schatten, weil wir die Konsequenzen der Entwicklung kennen«, sagt der Regisseur. Er möchte den Kern der Geschichte herausarbeiten und eine Gesellschaft zeigen, die noch auf der Kippe vor einer Richtungsentscheidung steht. Die Menschen taumeln am Abgrund, scheinen dem Wahnsinn nahe, ihre Sucht nach Betäubung und Amüsement gleicht dem Tanz auf dem Vulkan. Melancholie trifft auf Komik, Willen auf Resignation, Party auf den Niedergang. Die Zerrissenheit der Figuren wird sich auch im stark körpertonten Spiel der Darsteller niederschlagen. Neben dem achtköpfigen Schauspielensemble treibt der Komponist und Pianist Johannes Zimmermann die rasante Handlung voran und kommentiert sie musikalisch.

Für die Bühne hat Stefan Brandtmayr ein »Superzeichen« geschaffen, eine Art Riesenrad, das für die besinnungslose Unterhaltung steht, aber auch als riesiges Hamsterrad, als Zeitmesser oder Steuerrad gedeutet werden kann. Die Kostüme von Cornelia Kraske zitieren die 1920er Jahre, liefern aber in ihrer Überzeichnung und Künstlichkeit auch Anklänge an den #Expressionismus.

#Roman fiel der #Bücherverbrennung zum Opfer

Die Nationalsozialisten erklärten diesen Roman für entartet und verbrannten Kästners Bücher am 10. Mai 1933 zusammen mit den Werken vieler anderer deutscher Autoren auf dem Opernplatz in Berlin. Kästner selbst musste tatenlos zusehen und fühlte sich nur in der Lage, die Faust in der Tasche zu ballen.

»Kein Volk und keine Elite darf die Hände in den Schoß legen und darauf hoffen, dass im Ernstfall, im ernstesten Fall genügend Helden zur Stelle sein würden. Die Ereignisse von 1933 und 1945 hätten spätestens 1928 bekämpft werden müssen. Später war es zu spät. Man darf nicht warten bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist. Man muss den rollenden Schnellball zertreten. Die Lawine hält keiner mehr auf. Sie ruht erst, wenn sie alles unter sich begraben hat« (Erich Kästner in seiner Rede zum 25. Jahrestag der Bücherverbrennung am 10. Mai 1958).

Premiere am 18. Januar 2025, 19.30 Uhr, Großes Haus des Theaters Heilbronn

»Fabian«, Vorabfoto. Felix Lydike spielt den Titelhelden. Foto: Verena Bauer

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