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Die #Suppengleichung – warum die #Moral an sich selbst scheitert
Gütersloh, 2. April 2025
Die Moralisten sind die Anti Fausts, die Anti Mephistopheles. Sie wollen stets das Gute, schaffen stets das Böse. Denn das »Gute« ist fragil, das »Böse« nicht.
Stellen wir uns einen Teller leckerer Suppe als das »Gute« vor. Ein Tropfen eines starken Gifts (des »Bösen«), und die ganze Suppe ist vergiftet – also »böse«. Stellen wir uns umgekehrt einen Teller Giftsuppe vor. Ein Tropfen »Gutes« ändert am »Bösen« gar nichts. Sie bleibt giftig. Insofern ist das »Gute« fragil, das »Böse« ist stabil.
Schon zwei bedeutende Philosophen waren der Meinung, dass wir ohne »gut« und »böse« die besseren Menschen wären. Es führt zu nichts, die Welt in »gut« und »böse« einzuteilen. Man schafft das »Böse« dadurch erst, und da es stabil ist, kultiviert man es. Richtiger und wichtiger ist Ethik, die sich mit »richtig« und »falsch« beschäftigt und auf die Vernunft abstellt, während die »Moral« eher eine Sache der #Meinung und der #Emotion ist. »Falsches« lässt sich korrigieren. »Böses« nicht – es muss vernichtet werden, das ist die einzige Möglichkeit. Und was das bedeutet, weiß die #Geschichte.
Zudem ist die Moral eine mächtige Waffe. Man muss lediglich andere davon überzeugen, dass etwas Unerwünschtes »böse« sei – wenn sie es glauben, ist es »böse« … und wenn es eine Person ist, kann sie machen, was sie will – sie ist die Giftsuppe, die immer giftig bleibt.
Betrachtete man die Welt aus ethischer Sicht, ist das hilfreich – betrachtet man sie aber, wie es zunehmend geschieht, aus moralischer Sicht, ist das zerstörerisch und führt in den #Abgrund (siehe oben). Ein Hauptteil der Tragödie ist der, dass auch der Dümmste ein Moralist sein kann, während zur #Ethik eine gewisse Vernunftbegabung und der Wille dazu vorhanden sein muss. Ethik ist anstrengend, Moral ist bequem. Dank der kulturellen Evolution sind Meme entstanden, die den Moralisten ein unendliches Waffenarsenal bieten, vor allem die moralistische Rhetorik mit Totschlagargumenten oder »Impossible Tasks« und einer großen Zahl an Manipulationsstrategien.
Der Begriff »Mem« wurde von Richard #Dawkins eingeführt. Ein #Mem als Träger kultureller Information ist vergleichbar mit dem #Gen als Träger biologischer (Erb-)Information. Die #Epigenetik legt sogar nahe, dass es eine Schnittmenge gibt, dass Gene auch Meme transportieren können.
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