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Neue Osnabrücker Zeitung: Historikerin Richter – Vergleiche der Gegenwart mit Weimarer Republik sind »irreführend«
Osnabrück, 22. Februar 2025
#Wahl Historikerin Hedwig Richter hat vor der #Bundestagswahl am Sonntag Vergleiche der Gegenwart mit der politischen Krise der Weimarer Republik zurückgewiesen. Im #Interview mit der »Neuen Osnabrücker Zeitung« (»#NOZ«) sagte sie: »Der Vergleich mit #Weimar ist eher irreführend, wir haben heute andere Probleme. In Weimar herrschten etwa massive #Armut und #Hunger. Heute erfordern #Globalisierung, #Migration und #Klimawandel schnelle Veränderungen.« Zwar wären Demokratien grundsätzlich fähig, die Krisen der Gegenwart zu lösen, erklärte die Historikerin. Es fehle aber oft »an Mut seitens der demokratischen Parteien, die Bevölkerung mitzunehmen«.
Forderungen nach mehr direktdemokratischen Elementen erteilt Richter derweil eine Absage. Der »NOZ« sagte sie: »Moderne, differenzierte Gesellschaften sind […] kaum direktdemokratisch regierbar. Keiner kann sich in alle Bereiche kompetent einarbeiten, ein normaler Bürger hat ja auch einen Job. Es ist also sinnvoll, dass einige Personen das hauptberuflich machen und dafür gewählt werden.«
Hedwig Richter ist Professorin für Neuere und Neueste Geschichte an der #Universität d#er Bundeswehr in München. Über Demokratie und Wahlen hat sie mehrere Bücher verfasst, unter anderem »Moderne Wahlen. Eine Geschichte der Demokratie in #Preußen und den USA im 19. Jahrhundert (Hamburg 2017)« sowie »Demokratie. Eine deutsche Affäre (München 2020)«.
Der Gütsel Kommentar
In »Weimar« herrschten nicht nur Armut und Hunger. Die Republik befand sich in einer großen Depression, vor allem mit einer gewollten Hyperinflation, um die Reparationszahlungen vermeintlich drücken zu können. Die Republik sah sich durch den Versailler Vertrag gedemütigt. In der Hauptstadt herrschten bürgerkriegsartige Zustände, Freikorps und Kommunisten kämpften, die Lage war wirr. Im Kern wurde das Volk wohl von der #Dolchstoßlegende verführt, ein junger Mann peitschte das Land auf, und man traute ihm allenthalben zu, die Probleme zu lösen. Ein militärisch geprägter #Prussismus spielte keine kleine Rolle, man schickte #Lenin nach #Russland um es zu destabilisieren und gleichzeitig als #Feind aufzubauen. Der #Faschismus war im Schwange, womöglich sah man ihn »gefühlt« als sinnvolle Alternative zur untergegangenen #Monarchie und »gefühlt« chaotischen #Demokratie. Als so etwas wie eine »Monarchie zum Mitmachen« für jeden mit einem »Starken Mann« an der Spitze, der aber kein Monarch qua Geburt war.
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