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Agentur für Arbeit Bielefeld Gütersloh: vom 1. Schock zur langfristigen PerspektiveZoom Button

Liudmyla Moroz arbeitet in der Eingangszone der Agentur für Arbeit in Gütersloh. Foto: Berit Peek, Agentur für Arbeit, Informationen zu Creative Commons (CC) Lizenzen, für Pressemeldungen ist der Herausgeber verantwortlich, die Quelle ist der Herausgeber

Agentur für Arbeit Bielefeld Gütersloh: vom 1. Schock zur langfristigen Perspektive

Agentur für Arbeit Bielefeld Gütersloh: vom 1. Schock zur langfristigen Perspektive

Bielefeld, 20. Februar 2025

 »Als mir die Stelle angeboten wurde, war ich zunächst schockiert. Ich dachte, dass für diese Arbeit ein sehr hohes Deutschniveau erforderlich wäre, aber ich bekam den Job und war überglücklich über diese Chance neue Fähigkeiten zu erlernen und die kulturellen Besonderheiten kennenzulernen, was ich immer schätze«, berichtet Liudmyla Moroz. Und dass sie lernbegierig ist, kann man wirklich sagen. In der Ukraine hat die 36 Jährige jeweils ein Diplom in #Ökologie und #Ökonomie abgeschlossen und dazu – wie sie selber sagt – »zahlreiche Zertifikate«. Dazu gehören unter anderem Patisserie Meisterklassen, Kommunikationsdesign, UX Design oder Nähen. »Selbst während meiner Schwangerschaften konnte ich nicht ruhig zu Hause sitzen, ich muss immer etwas Neues lernen«, sagt die zweifache Mutter schmunzelnd. In der Ukraine arbeitete sie zuletzt in der Finanzbuchhaltung der Polizei in ihrer Heimat Mykolaiv. »Dort gibt es kein festes Gehalt. Für jede Person musste jeden Monat das Gehalt individuell berechnet werden, das war sehr herausfordernd«, erklärt Moroz. 

In der Agentur für Arbeit startete sie im Juni 2024 als Sekretärin im Büro der Geschäftsführung in Bielefeld. »Mit der Einstellung von Beschäftigten mit Fluchthintergrund wollten auch wir als Agentur für Arbeit anderen Arbeitgebern signalisieren, dass die Beschäftigung für beide Seiten einen Mehrwert bieten kann«, sagt Agenturchef Wolfgang Draeger. »Die 1. Herausforderung war die Sprache. Den Arbeitsauftrag zu verstehen und mit den Kollegen zu kommunizieren, stellte am Anfang eine Schwierigkeit dar. Denn in den Integrationskursen lernen wir gehobenes Deutsch, aber im Alltag sprechen die Deutschen oft in Sprichwörtern und Redewendungen, die mich anfangs verunsicherten. Also begann ich, unbekannte Ausdrücke in einem Notizbuch zu sammeln und sie zu Hause zu lernen«, berichtet Moroz. Aber es gibt auch echte Überraschungen: »Eine große Entdeckung für mich war das Arbeitsklima im Team. Es spielt keine Rolle, ob man Vorgesetzter oder Mitarbeiter ist, jeder ist immer bereit, zu helfen. Es hat mich beeindruckt, dass man mit jeder Frage auf die Führungskräfte zugehen kann, und sie erklären es einem ruhig. Meine Kollegen begegneten mir als Ausländerin mit großem Interesse und ich denke, sie waren auch neugierig mit jemandem aus einer anderen Kultur zu sprechen und diese kennenzulernen«, erzählt Moroz. Beim Teamtag im September wurde dann zusammen #Borschtsch – eine traditionelle ukrainische #Suppe – gekocht. Und Moroz konnte ihre #Patisserie Künste unter Beweis stellen: »Ich habe meine Kollegen mit dem traditionellen ukrainischen #Napoleon #Kuchen und #Mohnbrötchen verwöhnt«, sagt sie lächelnd. 

Schnell werden Liudmyla Moroz aber auch die Unterschiede der Arbeitswelt in der Ukraine und in Deutschland deutlich: »Als Sekretärin im Büro der Geschäftsführung übernahm ich vielseitige Aufgaben, die manchmal spannend und manchmal anspruchsvoll waren. Zum Glück konnte ich immer meine Kollegen oder die Chefs um Rat fragen. Hier habe ich gelernt, keine Scheu zu haben, Fragen auch direkt an die Vorgesetzten zu stellen. In der Ukraine wäre es für mich undenkbar gewesen einfach so direkt auf den Chef zuzugehen.« Zudem habe das Arbeiten in Deutschland weitere Vorteile: »Hier arbeitet man seine festgelegten Stunden und geht dann nach Hause. In der Ukraine jedoch ist man verpflichtet, seine Aufgaben zu Ende zu bringen, selbst wenn das länger als den regulären Arbeitstag dauert. Die Balance hier hilft dabei, Freude an der Arbeit zu empfinden und ich hatte wahrscheinlich auch das Glück, auf ein so großartiges Team und sehr verständnisvolle Vorgesetzte zu treffen«, sagt sie. 

Ihre Stelle im Büro der Geschäftsführung war aufgrund einer Elternzeitvertretung befristet, konnte ihr keine langfristige Perspektive bieten. »Aber wir wollen in Deutschland bleiben, deshalb wollte ich unbedingt Fuß fassen.« Darum bewarb sich Liudmyla Moroz intern auf eine freie Stelle – und setze sich im Bewerbungsprozess durch. Seit Januar arbeitet sie nun zusammen mit 19 Kollegen in der Eingangszone in der Geschäftsstelle Gütersloh der Agentur für Arbeit. Dies ist die 1. Anlaufstelle für arbeitslose sowie arbeitssuchende  und ratsuchende Kunden. Dort werden Meldungen und Anträge entgegengenommen, Unterlagen ausgegeben und Kundenanliegen im persönlichen Kontakt geklärt. Und das erfordert eine Menge Wissen. »Ich muss sechs verschiedene Computerprogramme sowie das deutsche Recht lernen, das ist schon echt viel«, sagt Moroz stirnrunzelnd. Aber ihre Wissbegierde hat sie nicht verloren. Bereits nach 2 Wochen konnte sie die 1. Arbeitssuchendmeldung entgegennehmen. »Allerdings habe ich aktuell noch viele Schulungen und hospitiere meistens bei den Kollegen«. Aber auch hier erhält sie eine Menge Rückhalt im Team: »Die Kollegen sind immer hilfsbereit und erklären mir, was ich nicht verstehe.« Denn gerade das Behördendeutsch mit Wörtern wie Arbeitsunfähigkeit oder Mitwirkungspflicht bereitet ihr Probleme. »Einiges ist in der Behörde schon sehr speziell. Ich habe beispielsweise einen Satz in den Lernunterlagen, den ich nicht verstand, einer deutschen Nachbarin gezeigt. Auch sie konnte mir das nicht erklären«, sagt Moroz lachend. Deshalb nimmt sie diese nun lieber mit in einen speziellen Berufssprachkurs für mehrere Ukrainer, die in der Agentur für Arbeit Bielefeld Gütersloh und im Jobcenter Bielefeld arbeiten. Hier lernen sie die sprachlichen Besonderheiten der beiden Behörden kennen. Trotz der sprachlichen Hindernisse ist Moroz aber eins besonders wichtig: »Für Ukrainer und andere Ausländer habe ich einen Tipp: habt keine Angst, wenn die Sprachkenntnisse noch nicht perfekt sind, durch die Arbeit lernt man sehr schnell. Es ist nicht nur eine wertvolle berufliche Erfahrung, sondern auch eine einzigartige Gelegenheit, sich weiterzuentwickeln, die deutsche Kultur kennenzulernen und anzukommen.« Und Agenturchef Draeger fasst zusammen: »Frau Moroz ist ein hervorragendes Beispiel für eine gelungene Integration.«

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