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Was kann hinter #Blähungen und einem aufgeblähten Bauch stecken? 7 Fragen an Prof. Dr. Martin Storr
#Leverkusen, 24. März 2025
Rund 10 Millionen Menschen in Deutschland leiden regelmäßig unter unangenehmen Blähungen und einem aufgeblähten Bauch [1] – Beschwerden, die oft einfach als Unwohlsein abgetan werden. Doch manchmal kann mehr dahinterstecken. Wenn Blähungen ständig und anhaltend auftreten, könnte es sich um funktionelle abdominelle Blähungen und Distension (FABD), einschließlich einer bakteriellen Fehlbesiedelung des Dünndarms (SIBO) handeln. Prof. Dr. Martin Storr, Facharzt für #Innere #Medizin und #Gastroenterologie, erklärt, was hinter diesen Begriffen steckt und wie Betroffene effektiv gegen die Symptome vorgehen können.
1. Was versteht man unter funktionellen abdominellen Blähungen und Distension (FABD) und einer bakteriellen Fehlbesiedelung des Dünndarms (SIBO)? Wie hängen beide zusammen?
Prof. Dr. Storr: Blähungen entstehen, wenn sich zu viel #Gas im #Bauch ansammelt und diesen aufbläht. Wenn dieses Gas aufgrund einer Funktionsstörung der Verdauungsorgane entsteht und nicht durch eine andere zugrundeliegende Krankheit verursacht wird, sprechen wir von #FABD. Bei #SIBO hingegen sind zu viele gasbildende Bakterien im Dünndarm die Ursache der Beschwerden. Obwohl es sich um 2 unterschiedliche Erkrankungen handelt, ähneln sich bei beiden die Symptome, weshalb sie oft nur schwer auseinanderzuhalten sind. Auch wird SIBO also eine mögliche Ursache für die Beschwerden bei FABD diskutiert.«
2. Wie unterscheiden sich FABD und SIBO von »gewöhnlichen« Blähungen und wie werden sie diagnostiziert?
Prof. Dr. Storr: »Jeder Mensch hat hin und wieder Blähungen – das ist normal und gehört zur #Verdauung dazu. Der Unterschied zwischen normalen Blähungen und denen, die durch eine Erkrankung verursacht werden, liegt oft in der Häufigkeit und der Schwere der Beschwerden. Wenn Blähungen so stark werden, dass sie das alltägliche Leben beeinträchtigen oder mit anderen Beschwerden wie #Bauchschmerzen oder #Übelkeit verbunden sind, kann eine Erkrankung wie FABD und/oder SIBO als Ursache für die Beschwerden vorliegen.«
3. Wann sollten Betroffene ihren Arzt aufsuchen, um FABD und/oder SIBO auszuschließen?
Prof. Dr. Storr: »Wenn Blähungen die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen oder mit anderen alarmierenden Symptomen wie #Durchfall, #Gewichtsverlust oder starken Schmerzen einhergehen, sollten Betroffene ihre Ärztin oder ihren Arzt aufsuchen. Auch wenn sich die Beschwerden plötzlich verändern oder länger anhalten, ist es ratsam, eine ärztliche Untersuchung zu machen.«
4. Welche Ursachen können zu anhaltenden oder wiederkehrenden Blähungen, #Völlegefühl und Bauchschmerzen führen?
Prof. Dr. Storr: »Blähungen und Bauchschmerzen treten oft zusammen auf. Häufige Ursachen sind der Verzehr von blähenden #Lebensmitteln wie #Bohnen, #Kohl oder #Zwiebeln sowie große Mengen an Rohkost oder Smoothies. Auch Unverträglichkeiten wie #Laktoseintoleranz oder #Fruktoseintoleranz, eine falsche #Ernährung oder Stress können Blähungen auslösen. Zu den medizinischen Ursachen gehören außerdem Verstopfung, das Reizdarmsyndrom, eine bakterielle Fehlbesiedelung im Dünndarm oder das Luftschlucken. Es gibt eine Vielzahl möglicher Ursachen, die individuell abgeklärt werden sollten.«
5. Warum kann #Simeticon als gängiger Wirkstoff bei akuten Blähungen helfen, jedoch bei anhaltenden oder wiederkehrenden Blähungen nur bedingt?
Prof. Dr. Storr: »Bei Blähungen ist ein Teil der Blähgase in Gasbläschen gefangen und kann daher nicht aus dem Körper entweichen. Simeticon ist ein Wirkstoff, welcher die Oberflächenspannung der Gasbläschen im Darm verringert und so die eingeschlossene #Luft befreit. Bei akuten Blähungen, die durch Gasansammlungen in Bläschen entstehen, kann Simeticon also sehr gut helfen, da es die Luft freisetzt. Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Blähungen ist die Ursache jedoch oft komplexer, zum Beispiel eine bakterielle Fehlbesiedelung im Dünndarm (SIBO) oder eine gestörte Darmbarriere. In solchen Fällen reicht Simeticon nicht aus, weil es nur auf die Gasbläschen wirkt, nicht aber auf die zugrunde liegenden Ursachen. Hier sollten therapeutische Maßnahmen gezielt auf die Behandlung der eigentlichen Ursachen ausgerichtet werden.«
6. Welche Tipps und Tricks können im Alltag helfen, mit langanhaltenden/wiederkehrenden Blähbeschwerden umzugehen?
Prof. Dr. Storr: »Zunächst Ruhe bewahren und ein Ernährungs Symptom Tagebuch führen darüber, welche blähenden Lebensmittel gegessen und getrunken werden. Hilfreich ist es auch die Ernährung nach der wenig blähenden #Reizdarm #Diät also der FODMAP Diät zu gestalten. Wenn es geht, die Luft entweichen lassen, das schamhafte ›Nichtpupsen‹ macht alles nur schlimmer und richtet dauerhaften Schaden an. Hilfreich ist auch der Blähbauch Flow des Reizdarmyogas, den kennen die wenigsten, obwohl er herrlich wirkt. Wenn das alles nicht hilft, empfehle ich die Einnahme von pflanzlichen Präparaten oder Simeticon.«
7. Was können Betroffene tun, um ihre natürliche Darmbarriere zu stärken? Gibt es Produkte/Hilfsmittel, die hierbei unterstützen können?
Prof. Dr. Storr: »Die wichtigste Stärkung der Darmbarriere ist ein gesunder Lebensstil und eine ausgewogene Ernährung. #Alkohol, #Nikotin und industriell gefertigte #Lebensmittel sind für die Darmbarriere sehr belastend und liegen in der eigenen Hand. Wer darüber hinaus noch etwas tun möchte, isst viele ballaststoffreiche Lebensmittel und erzielt mindestens 30 Gram #Ballaststoffe am Tag. #Haferflocken, #Weizenkleie und #Vollkorn sind hierfür die Lebensmittel der Wahl. Nahrungsergänzungsmittel wie geschrotete #Flohsamenschalen oder #Guarkernmehl können unterstützen.«
Sollten Sie weitere Fragen an Prof. Dr. Storr oder zur Thematik haben, kontaktieren Sie uns jederzeit gerne. Weitere Informationen zu FABD und SIBO finden Betroffene hier …
1. Lefax quantitative Research, 08/20 DH Segmentation, 04/2021
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